Der Betrieb des elektronischen Patientendossiers (EPD) ist ein komplexes Zusammenspiel von rechtlichen, organisatorischen und technischen Voraussetzungen und zahlreichen Akteuren. Neben den EPD-Gemeinschaften sind diese Akteure die Betreiber technischer Plattformen, die Anbieter von elektronischen Identifikationsmitteln, die Gesundheitseinrichtungen, die kantonalen Gesundheitsbehörden und die Patientenorganisationen.
Per Ende April 2026 wurden in der Schweiz bisher 136 076 EPD
eröffnet. Der von den Stammgemeinschaften angebotene Online-Eröffnungsprozess ermöglicht es jeder in der Schweiz wohnhaften Person, ein EPD zu eröffnen. Die Stammgemeinschaften und die Kantone entscheiden, ob die Beschaffung der elektronischen Identität und die Eröffnung des EPD kostenlos sind oder nicht.
Externer Link: Ein EPD eröffnen
Nationale Betriebskoordination EPD
Die Arbeitsgruppe «Nationale Betriebskoordination EPD» besteht aus Vertretungen der (Stamm-)Gemeinschaften, der Zentralen Abfragedienste, von UPI (Unique Person Identification bei der Zentralen Ausgleichsstelle-ZAS) und der Plattform sedex. Sie ist unterstützend und koordinierend tätig bei übergreifenden Problemen und Prozessen ihrer Mitglieder, aber auch bei der Implementierung neuer EPD-Versionen, die von der Arbeitsgruppe «Steuerung Weiterentwicklung EPD» entwickelt werden. Die Arbeitsgruppe harmonisiert die neuen Funktionen und Korrekturen, die neue Versionen mit sich bringen. Sie will damit einen möglichst koordinierten Betrieb aktiv fördern.
Die Arbeitsgruppe pflegt auch einen regelmässigen Austausch mit dem Data Security Coordination Group (DSCG). Dadurch soll die Weiterentwicklung und Behandlung sicherheitsrelevanter Fragen gewährleistet werden.
EPD-Release-Management
Das Release-Management ist die zentrale Stelle für die Weiterentwicklung und Berichtigung von Themen im EPD. Im Rahmen der Arbeitsgruppe «Steuerung Weiterentwicklung EPD» wird die Priorisierung von neuen Funktionen und die Fehlerbehebung vorangetrieben. Die Arbeitsgruppe «Steuerung Weiterentwicklung EPD» sammelt, sortiert, priorisiert und bearbeitet mögliche Weiterentwicklungs- und Aktualisierungsbedürfnisse. Sie setzt sich aus Vertretungen von eHealth Suisse, dem BAG, der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK), der ZAS und der (Stamm-)Gemeinschaften zusammen und trifft sich regelmässig.
Die verschiedenen Anpassungen und Weiterentwicklungen werden jeweils durch Fachexpertinnen und Fachexperten unter Federführung des Release Management ausgearbeitet.
Neue Funktionalitäten oder Fehlerbehebungen werden nach Abschluss des Release-Zyklus als «EPD-Releases» an die Betriebskoordination übergeben, um sie koordiniert in das EPD einzuführen.
Externer Link: Hier finden Sie die aktuellen Gesetzestexte (unter der Registerkarte "Gesetz")
Interner Link: Weitere Informationen zu den Austauschformaten
Externer Link: Factsheet Release Management (179 KB, 26.10.23)
Vom EPD zum E-GD: Weiterentwicklung des EPD in der Übergangsphase
Auch während der Übergangsphase bleibt das elektronische Patientendossier (EPD) in Betrieb. Die bestehenden Austauschformate werden weiter gepflegt und bei Bedarf erweitert, um den Austausch strukturierter Daten zwischen dem EPD und der Software von Gesundheitseinrichtungen zu ermöglichen. Die FHIR®-Schnittstellen sind seit Juni 2025 in den Rechtsgrundlagen des EPD (EPDV-EDI) verankert.
Das künftige elektronische Gesundheitsdossier (E-GD) stützt sich zudem auf international bewährten Standards wie HL7® FHIR® und SNOMED CT. Bestehende FHIR®-Schnittstellen zum EPD können auch für das neue E‑GD verwendet werden. In diesem Sinne wird das künftige E-GD Bestandteil der Architektur des digitalen Gesundheitsdatenraums Schweiz (Swiss Health Data Space; SwissHDS), dessen Ziel es ist, einen strukturierten und sicheren Austausch von Gesundheitsdaten in der ganzen Schweiz zu ermöglichen.
Die Übergangsphase wird gemeinsam mit den wichtigsten Akteuren, darunter die Stamm-Gemeinschaften, Kantone, Spitäler, Gesundheitsfachpersonen, und weiteren Beteiligten gestaltet und stützt sich auf ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen.
Externer Link: HL7® FHIR®-Schnittstellen für das EPD
Externer Link: Siehe Faktenblatt «Elektronisches Gesundheitsdossier – technische Aspekte»
Externer Link: Weitere Informationen zu SwissHDS von DigiSanté