Technische und syntaktische Standards regeln nicht nur die technologischen Aspekte der Datenübertragung (Transaktion), sondern auch die Strukturierung der Daten mithilfe festgelegter Datenfelder. Dank dieser festgelegten Struktur können verschiedene IT-Systeme die Inhalte eindeutig erkennen, korrekt interpretieren und verarbeiten.
Warum technische und syntaktische Standards verwenden?
Technische und syntaktische Standards ermöglichen die strukturierte Übermittlung von Daten zusammen mit Informationen zu deren Klassifizierung und Typ des Inhalts. Die Daten werden somit in vordefinierte, geordnete und „beschriftete” Datenfelder eingeordnet, ähnlich wie bei einem dynamischen Formular. Das empfangende System ist dann in der Lage, die Informationen entsprechend dem softwareeigenen Darstellungsmodell korrekt darzustellen. Bei Bedarf kann es die Informationen ergänzen und für andere Zwecke wiederverwenden, beispielsweise in einer anderen Art von Bericht oder für die Rechnungsstellung. Durch die Strukturierung von Daten können diese schnell gefunden und wiederverwendet werden.
Welche Standards sind für welche Daten geeignet?
ehealthstandards.ch, in dem die Schweizer Standardisierungsorganisationen zusammengeschlossen sind, hat eine Übersicht über die bestehenden Standards für die verschiedenen Arten des Austauschs von Gesundheitsdaten veröffentlicht.
Externer Link: Übersicht über Datenflüsse und Standards
Projekt Standards DigiSanté (SDS)
Das Projekt Standards DigiSanté (SDS) unterstützt die Definition und Einführung technischer, syntaktischer und semantischer Standards, um die Interoperabilität der verschiedenen Projekte und Dienste innerhalb des künftigen Schweizer Gesundheitsdatenraums (Swiss Health Data Space, SwissHDS) zu ermöglichen. Zudem befasst sich das Projekt mit Identifikatoren, Testumgebungen sowie der Möglichkeit von Empfehlungen oder gesetzlichen Grundlagen, die als klarer nationaler Rahmen für die Branche dienen können.
HL7® FHIR®
HL7® FHIR® (Fast Healthcare Interoperability Resources) ist ein internationaler Interoperabilitätsstandard für den Austausch medizinischer Daten im Gesundheitswesen, entwickelt von Health Level Seven International (HL7®). Er nutzt moderne Web-Technologien wie REST-APIs sowie die Datenformate JSON, XML und Turtle (RDF). Der Standard ist um modulare „Ressourcen" organisiert, die standardisierte Datenbausteine darstellen – beispielsweise Patient, Vitalparameter, Medikation oder Allergien. Diese können durch Profile an nationale Anforderungen angepasst werden. Zur semantischen Interoperabilität unterstützt FHIR®-Terminologien wie SNOMED CT, LOINC und ICD-10. FHIR® ergänzt die älteren Standards HL7 V2 und V3, ersetzt sie jedoch nicht vollständig, da diese in vielen Systemen weiterhin aktiv genutzt werden.
Externer Link: FHIR® basierenden Austauschformate
IHE Profile
IHE-Profile sind Implementierungsleitfäden, die genaue Definitionen dafür liefern, wie Standards umgesetzt werden können, um spezifische klinische Anforderungen zu erfüllen. Sie werden von IHE International, IHE Europe und IHE Suisse in Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft entwickelt und bei internationalen Testveranstaltungen wie Connectathons, Hackathons oder Plugathons getestet.
Externer Link: Weitere Informationen zu den Testveranstaltungen von IHE Europe