Austauschformate in der Entwicklung

Die Austauschformate werden von eHealth Suisse in Zusammenarbeit mit externen Expertinnen und Experten entwickelt. Die entwickelten Austauschformate sind national und interprofessionell ausgerichtet, so dass sie von den Informationssystemen der verschiedenen Gesundheitsfachpersonen genutzt und gelesen werden können.

In der Konzeptphase werden die Inhalte der Austauschformate definiert, die dann technisch profiliert bzw. umgesetzt werden. Für die technische Umsetzung wird der FHIR®-Standard verwendet. FHIR® ist der neueste Standard für den Datenaustausch zwischen verschiedenen Softwaresystemen im Gesundheitswesen. Die Spezifikationen werden jeweils von HL7® Schweiz angehört und nach den Regeln der Standardisierungsorganisation HL7® Schweiz abgestimmt, sogenannt ballotiert. Der Abstimmungszyklus umfasst die Testveranstaltung Digital Health Projectathon, an der die Austauschformate optimiert werden.  

Externer Link: HL7® - Anhörungsregeln (121 KB, 26.10.23)

Das von eHealth Suisse in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Berufsverbänden und Fachgruppen erarbeitete Konzept für den eNotfallpass legt die Grundlage für ein standardisiertes Austauschformat, das die wichtigsten notfallrelevanten medizinischen Informationen einer Person strukturiert und interoperabel verfügbar macht. Ziel ist es, in Notfallsituationen – etwa bei Bewusstlosigkeit, Sprachbarrieren oder eingeschränkter Gesundheitskompetenz – einen schnellen und zuverlässigen Zugriff auf entscheidende Gesundheitsdaten zu ermöglichen und so die Patientenversorgung zu verbessern.

Das Austauschformat eNotfallpass bündelt zentrale administrative und klinische Daten wie Patientendaten, Notfallkontakte, behandelnde Gesundheitsfachpersonen, Medikation, Allergien, Impfungen, Implantate, Diagnosen, Reanimationsstatus sowie Referenzen auf Patientenverfügungen und weitere relevante Dokumente. Die Datenstruktur orientiert sich an internationalen Standards wie dem International Patient Summary (IPS) und berücksichtigt bestehende nationale und internationale Vorgaben.

Externer Link: Konzept eNotfallpass (679 KB, 25.06.25)

Das Kindergesundheitsheft, seit 1994 eines der ältesten «patient-held health records», ist ein etabliertes und beinahe flächendeckend eingesetztes Instrument der Kindergesundheit in der Schweiz. Von Geburt an werden darin zentrale Informationen wie Gesundheitsstatus, Vorsorgeuntersuchungen und Entwicklungsschritte dokumentiert, was eine kontinuierliche Betreuung sowie die Zusammenarbeit verschiedener Gesundheitsfachpersonen fördert.

In papiergebundener Form ist die Nützlichkeit der Gesundheitsdaten eingeschränkt. Eine Digitalisierung der Daten würde erlauben, den Eltern und – auf deren Wunsch – den behandelnden Gesundheitsfachpersonen die Gesundheitsdaten ab Geburt orts- und zeitunabhängig zur Verfügung zu stellen. Grundlage für einen barrierefreien Datentransfer zwischen den vielen in der Praxis existierenden medizinischen IT-Systemen und einem eGesundheitsheft für Kinder ist ein strukturiertes, standardisiertes Austauschformat.

Interner Link in neuem Tab: Konzept eGesundheitsheft für Kinder

Online-Validator

Mit dem Online Validator von IHE Catalyst können IT-Entwicklerinnen und -Entwickler überprüfen, ob ihre Lösung den nationalen Spezifikationen für Austauschformate entspricht (z. B. Abgleich einer Online-Anwendung zur Erfassung von Impfungen und Impfempfehlungen mit dem nationalen Austauschformat CH VACD) und somit sicherstellen, dass sie mit dem elektronischen Patientendossier (EPD) und anderen Diensten, die dasselbe Austauschformat verwenden, kompatibel ist.

Externer Link: Online-Validator