Nationale Austauschformate

Austauschformate ermöglichen den einfachen Datenaustausch zwischen verschiedenen IT-Systemen der Gesundheitsfachpersonen, ohne dass eine spezielle Absprache erforderlich wird. In den Spezifikationen der Austauschformate sind die technischen, syntaktischen und semantischen Standards definiert, die für den einheitlichen Informationsaustausch notwendig sind. Ziel ist es, den Datenaustausch im Gesundheitswesen zu vereinheitlichen, insbesondere hinsichtlich des Gesundheitsdatenraums Schweiz (SwissHDS), des elektronischen Patientendossiers (EPD) und des elektronischen Gesundheitsdossiers (E-GD). eHealth Suisse setzt für die Erarbeitung von neuen Austauschformaten auf den HL7® FHIR® Standard.

FHIR®

Alle Spezifikationen zu den Austauschformaten sowie weitere Austauschformate, welche die Interoperabilität in der Schweiz fördern, können auf fhir.ch eingesehen werden. Die Spezifikationen werden den Akteuren im Bereich eHealth zur freien Weiterverwendung (Open Source) zur Verfügung gestellt.

Externer Link: Zu FHIR.ch

Digital Health Projectathon

Unternehmen, die im Bereich eHealth und EPD tätig sind, können während der Interoperabilitäts-Testwoche, die Kompatibilität ihrer Lösungen mit den nationalen Austauschformaten und mit der Referenzumgebung testen.

Interner Link: Erfahren Sie mehr über den Digital Health Projectathon

Das Austauschformat eMedikationsplan gibt einen Überblick über die aktuelle Medikation einer Person und die Medikationshistorie. Der Medikationsplan enthält Informationen zu Dosierung, Einnahmegrund, Einnahmedauer und Einnahmehinweisen. Ziel des Medikationsplans ist es, die Arzneimittelsicherheit zu erhöhen, Wechselwirkungen zu vermeiden und die Kommunikation zwischen Gesundheitsfachpersonen, Apotheken und Patientinnen und Patienten zu verbessern.

Das Austauschformat eMedikationsplan ist seit dem 1.6.2023 in den Rechtsgrundlagen des EPD (EPDV-EDI, Anhang 4) verankert.

Externer Link: FHIR® Spezifikationen für die Medikation (CH EMED / Medication Card document)

Externer Link: EPDV-EDI, Anhang 4

Das Austauschformat eRezept dient der medienbruchfreien Übermittlung einer Verschreibung von Arzneimitteln. Es handelt sich um die digitale Version des klassischen Papierrezepts, das von Ärztinnen und Ärzten ausgestellt wird. Das Austauschformat eRezept kann für Projekte genutzt werden, die den Einlöse-Prozess von eRezepten implementieren. Das eRezept kann die Effizienz steigern sowie das Risiko von Fehlern durch unleserliche Handschrift minimieren.

Das Austauschformat eRezept ist seit dem 1.6.2023 in den Rechtsgrundlagen des EPD (EPDV-EDI, Anhang 4) verankert.

Externer Link: FHIR® Spezifikationen für die Medikation (CH EMED / Medication Prescription document)

Externer Link: EPDV-EDI, Anhang 4

Externer Link: Umsetzungshilfe: Prozessanalyse zum eRezept (796 KB, 03.10.23)

eImpfung bezeichnet das Austauschformat, das die Standards und Funktionen festlegt, die für die Einführung des elektronischen Impfpasses erforderlich sind.

Der elektronische Impfausweis stellt die aktuellen Impfdaten in tabellarischer Form dar und informiert über Nebenwirkungen, Infektionskrankheiten und Risikofaktoren. Die Informationen müssen von einer Gesundheitsfachperson validiert werden.

Für die Umsetzung des Austauschformats hat eHealth Suisse ein Impfmodul entwickelt. Das Impfmodul ermöglicht die Pflege der Impfdaten. Diese können im PDF heruntergeladen und anschliessend ausgedruckt werden. Es ist auch möglich, die Impfdaten in strukturierter Form zu exportieren, um sie in ein anderes System zu übertragen.

Die EPD-Plattformen können das Impfmodul, das von eHealth Suisse beschafft und entwickelt wurde, in ihrer Plattform einbinden; der Quellcode steht öffentlich zur Verfügung.

Das Austauschformat eImpfung ist seit 1.12.2022 in den Rechtsgrundlagen des EPD (EPDV-EDI, Anhang 4) verankert.

Externer Link: FHIR® Spezifikationen für die eImpfung (CH VACD)

Externer Link: Zum Impfmodul auf GitHub

Externer Link: EPDV-EDI, Anhang 4

Informationen über Allergien und Intoleranzen von Patientinnen und Patienten werden von Gesundheitspersonen an vielen Kontaktpunkten mit dem Gesundheitssystem erhoben oder im Rahmen einer gesundheitsbezogenen Tätigkeit verwendet (z. B. Medikamentenabgabe, ambulante Pflege, Ernährungsberatung).

Diese Informationen können in Form eines Austauschformats strukturiert erfasst und so in den verschiedenen gesundheitsbezogenen Tätigkeiten wiederverwendet werden. So kann der intra- und interprofessionelle Informations- und Kommunikationsaustausch gefördert werden. Darüber hinaus bietet dieses Austauschformat einen einheitlichen Baustein für andere Austauschformate wie zum Beispiel den Überweisungsbericht.

Im Bericht «eAllergien und Intoleranzen» vom Dezember 2019 formuliert die IPAG EPD inhaltliche Empfehlungen für die Ausarbeitung eines Austauschformats zu Allergien und Intoleranzen.

Das Austauschformat eAllergie und Intoleranzen ist seit dem 1.6.2024 in den Rechtsgrundlagen des EPD (EPDV-EDI, Anhang 4) verankert.

Externer Link: FHIR® Spezifikationen für die eAllergien und Intoleranzen (CH AllergyIntolerance)

Externer Link: EPDV-EDI, Anhang 4

Externer Link: IPAG: Bericht «eAllergien und Intoleranzen» (570 KB, 03.10.23)

Das Austauschformat eLaborbefund ist ein standardisiertes Format für die effiziente und sichere Übermittlung von Laborbefunden. Es ermöglicht den elektronischen Austausch von Laborbefunden zwischen verschiedenen medizinischen Einrichtungen und Fachpersonen. Durch eine klare Strukturierung und Standardisierung gewährleistet das Austauschformat eine verbesserte Kommunikation und Interpretation von Laborbefunden, was die Qualität der Patientenversorgung fördern und Arbeitsabläufe optimieren kann.

Der eLaborbefund dient als allgemeiner Laborbericht für Patientinnen und Patienten und Gesundheitsfachpersonen. Er dient auch als Basisaustauschformat für die elektronische Meldung meldepflichtiger übertragbarer Infektionskrankheiten an das BAG. Um die Interoperabilität mit Europa zu gewährleisten, wurde der eLaborbefund aus dem europäischen Laborprojekt abgeleitet. Für die Erstellung des FHIR®-Implementierungsleitfadens wurden zudem die Vorarbeiten der CDA-Version genutzt.

Externer Link: FHIR® Spezifikationen für der eLaborbefund (CH-LAB-Report)

Das International Patient Summary (IPS) ist ein minimaler, nicht erschöpfender, standardisierter Satz klinischer Kerndaten. Es fasst die wichtigsten gesundheits- und pflegerelevanten Informationen zusammen, die für eine sichere Gesundheitsversorgung erforderlich sind, und besteht aus einer Reihe klar definierter und wiederverwendbarer Kerndatenelemente, die in einer so genannten IPS-Bibliothek organisiert sind. Das Austauschformat entspricht den Normen EN 17269 und ISO 27269 und wurde in erster Linie für unvorhergesehene, grenzüberschreitende medizinische Behandlungen entwickelt. Das IPS soll generische Lösungen bieten, die weltweit anwendbar und nicht auf eine bestimmte Region oder ein bestimmtes Land beschränkt sind.

Das Schweizer International Patient Summary ist eine FHIR®-Spezifikation, die auf der IPS-Spezifikation gemäss HL7® International und ISO basiert. Das Profilset ist eng an die Spezifikationen von HL7® International angelehnt, unterstützt aber die Bedürfnisse der Schweiz. Die Konformität mit dem International Patient Summary ist in jedem Fall gewährleistet.

Externer Link: FHIR® Spezifikationen für das International Patient Summary (CH IPS)

Externer Link: Erfahren Sie, wie das IPS in der Praxis umgesetzt werden kann

Der elektronische Schwangerschaftspass (eSchwangerschaftspass) enthält alle wichtigen medizinischen Informationen, die während der Schwangerschaft, bei der Geburt und in den ersten sechs Wochen nach der Entbindung benötigt werden. In der ersten Version des in Zusammenarbeit mit der ahdis AG entwickelten Implementierungsleitfadens wurden die Stammdaten von Mutter und Kind, die Laborergebnisse sowie der Schwangerschaftsverlauf aus dem Konzept umgesetzt.

Das Konzept zum eSchwangerschaftspass wurde von Bright Insight erarbeitet.  In Zusammenarbeit mit der Interprofessionellen Arbeitsgemeinschaft eHealth (IPAG eHealth), der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG), der FMH, dem Schweizerischen Hebammenverband (SHV) und der Schweizerischen Vereinigung der Geburtshäuser (IGGH-CH) wurden mögliche Anwendungsfälle sowie die Datenfelder, die im Austauschformat abgebildet werden sollen, erarbeitet.

Externer Link: Konzept eSchwangerschaftspass (1.2 MB, 06.11.25)

Externer Link: FHIR® Spezifikationen für das eSchwangerschaftspass (CH EPREG)

Direktionale Kommunikation

Gesundheitsfachpersonen haben das Bedürfnis, Aufträge, Überweisungsberichte etc. direkt aus den Primärsystemen mit anderen Leistungserbringern im Rahmen einer «gerichteten Kommunikation» digital auszutauschen. Das Handbuch definiert die Grundlagen für die Erarbeitung von Austauschformaten für direktionale Anwendungsfälle.

Externer Link: Swiss eHealth Exchange Format Handbook Part I: Service Requests (auf Englisch) (537 KB, 26.10.23)

Für eine effiziente und effektive Behandlung und Betreuung der Patientinnen und Patienten ist ein lückenloser und vollständiger Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Leistungserbringern an den Behandlungsübergängen erforderlich. Dieser Informationsaustausch erfolgt in Form von Überweisungsberichten. Überweisungsberichte werden zwischen verschiedenen Institutionen, innerhalb einer Institution, zwischen verschiedenen Behandelnden oder anderen betreuenden Gesundheitsfachpersonen ausgetauscht. Ziel ist es, den interprofessionellen Informationsaustausch bei Behandlungsübergängen zu fördern und die interprofessionellen Dateninhalte vielfältig wiederverwenden zu können.

Im Bericht zum eÜberweisungbericht vom Dezember 2018 werden Empfehlungen für den interdisziplinären Gebrauch der bei Behandlungsübergängen wichtigsten Informationsmodule formuliert. Diese sollen in elektronischen Dokumenten der «Transition of Care» (eToC), also Übertritte und Behandlungsübergänge, für die interprofessionelle Kommunikation angewendet werden. Die vorliegenden Datenmodule können unabhängig voneinander in verschiedenen Dokumenten wie beispielsweise Austrittsberichten zur Anwendung kommen.

Externer Link: FHIR® Spezifikationen für der eÜberweisungsbericht (CH eTOC)

Externer Link: Bericht - IPAG: eÜberweisungsbericht (eTransition-of-Care Document) (848 KB, 02.10.23)

Externer Link: Report on the Relationship between IPS and CH eTOC (auf Englisch) (2.4 MB, 02.10.23)

Externer Link: Sehen Sie hier, wie das eToC in der Umsetzung aussehen könnte

Vor allem im Labor- und Pathologiebereich spielen Proben eine grosse Rolle und müssen eng mit dem Auftrag verknüpft sein, damit sie im ausführenden Labor korrekt zugeordnet werden können. Mit Hilfe des Austauschformates können Labore ihre Aufträge mit den definierten Formularen effizient, korrekt und strukturiert erstellen.

Es bezieht sich auch auf den FHIR-Implementierungsleitfaden für die strukturierte Datenerfassung (SDC) zur Erstellung benutzerfreundlicher Fragebögen SDC und Zielformulare, die den Nutzenden mit vorausgefüllten Eingabefeldern präsentiert werden können und auch Anleitungen mit durchsuchbaren Wertesätzen bieten. Es gibt einige Verbesserungen am allgemeinen Implementierungsleitfaden für Bestellungen und Empfehlungen.

Der CH LAB-Order basiert auf dem CH ORF Implementation Guide für Order & Referral. Dieses Austauschformat wird im Laborbereich eine elektronische Verordnung von Tests und Analysen verwendet.

Externer Link: FHIR® Spezifikationen für der eLaborauftrag (CH LAB-Order)

Im klinischen Kontext gibt es mehrere Anwendungsfälle in der Radiologie. So werden zum Beispiel frühere bildgebende Befunde oder Fernbefunde angefordert oder eine Zweitmeinung eingeholt. Darüber hinaus werden Überweisungen auch für eine radiologische Untersuchung erstellt. Mit Hilfe des Austauschformats können solche Aufträge mit den definierten Formularen effizient, korrekt und strukturiert erstellt und vorhandene Informationen wiederverwendet werden.

Basierend auf dem CH ORF Implementation Guide für Order & Referral wird dieses Austauschformat in der Radiologie verwendet, um einen syntaktisch und semantisch konsistenten übergreifenden Informationsaustausch zu erreichen.

Externer Link: FHIR® Spezifikationen für der eRadiologieauftrag (CH RAD-Order)