Standards und Interoperabilität

Damit das digitale Gesundheitswesen Schweiz, mit dem Gesundheitsdatenraum Schweiz (SwissHDS), dem elektronischen Patientendossier (EPD) und dem künftigen elektronischen Gesundheitsdossier (E-GD), sowie mit weiteren Diensten im Bereich Digitale Gesundheit, zusammenwirken kann, sind klare Regeln und Vereinbarungen zwischen allen beteiligten Akteuren auf organisatorischer, technischer und semantischer Ebene erforderlich. Um einen kontinuierlichen Informationsfluss zu gewährleisten, müssen die nationalen Dienste und die betroffenen IT-Systeme interoperabel sein.

Externer Link: Weitere Informationen zum Schweizer Gesundheitsdatenraum (SwissHDS)

Interoperabilität ist die Fähigkeit zweier IT-Systeme, Daten ohne menschliches Eingreifen auszutauschen, korrekt zu interpretieren und wiederzuverwenden. Voraussetzung dafür ist die Nutzung internationaler und nationaler Standards.

Pyramide der Interoperabilität

Traditionell wird die Interoperabilität in drei bis sieben Tätigkeitsbereiche unterteilt. eHealth Suisse unterscheidet fünf Ebenen:

  1. Politisch und rechtlich: Die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen definieren Zuständigkeiten, Verantwortlichkeiten sowie Rechte und Pflichten.
  2. Organisatorisch: Organisatorische Einigungen, Normen und Standards legen fest, wie, wann und zu welchem Zweck Daten übertragen werden.
  3. Technisch: Technischen Schnittstellen bilden die Verbindungen zwischen den IT-Systemen.
  4. Syntax: Die standardisierten Datenstrukturen und -formate ermöglichen die definierte „Verpackung“ der Daten.
  5. Semantisch: Die inhaltlichen Codiersysteme (Klassifikationen und Terminologien) stellen sicher, dass Daten inhaltlich korrekt verstanden werden – unabhängig vom verwendeten IT-System und über Sprachgrenzen hinweg.

Standards

Ein Standard ist eine Reihe technischer Grundsätze, die auf interinstitutionellen Vereinbarungen beruhen und die Modalitäten für die Erstellung, Kodierung und den Austausch von Daten festlegen. In der medizinischen Informatik gibt es technische, syntaktische und semantische Standards, die darauf abzielen, die Interoperabilität von Systemen, Diensten und Produkten zu stärken.

Die Architekturen des Schweizer Gesundheitsdatenraums, des elektronischen Patientendossiers (EPD) und des zukünftigen elektronischen Gesundheitsdossiers (E-GD) stützten sich weitgehend auf etablierte internationale und nationale Standards. Die Schweiz kann so von den Erfahrungen profitieren, die weltweit bei Umsetzungsprojekten gesammelt wurden. Für bestimmte, auf die Schweiz spezifische Anforderungen mussten jedoch eigene Vorschriften erlassen werden.

Weitere Informationen zu den technischen Standards

Weitere Informationen zu den semantischen Standards

Die Standardisierungsorganisationen

Mehrere Organisationen in der Schweiz arbeiten an der Erstellung und Weiterentwicklung von Standards, um Gesundheitsdaten strukturiert zu kodieren und auszutauschen. Sie arbeiten auch mit europäischen und internationalen Organisationen zusammen, deren Schweizer Partnerorganisationen sie oft sind. Diese Organisationen haben sich zur Zusammenarbeit geeinigt, unter dem Namen ehealthstandards.ch.

Externer Link: Weitere Informationen zu ehealthstandards.ch

Externer Link: Erfahren Sie, welche Organisation für welcher Standard zuständig ist