Fachkonferenzen und Neuausrichtung der FDMG
Die Fachgruppe Datenmanagement im Gesundheitswesen (FDMG) ist Teil des Programms «DigiSanté» des Eidgenössischen Departments des Innern (EDI) zur Förderung der digitalen Transformation im Gesundheitswesen. Die FDMG ist seit November 2025 dreimal zusammengetreten: Einblicke in die Ergebnisse, Diskussionen und Beschlüsse.
Fachkonferenz der FDMG vom 24. November 2025:
Die Arbeitsgruppe Empfehlungen Standards hat ihr bestehendes Wissen zu Standards im Gesundheitswesen in einer Übersichtstabelle zusammengetragen. Die Tabelle bietet eine Übersicht über bestehende, bekannte und verwendete technische und syntaktische Standards. Sie ist nicht als abgeschlossen zu betrachten und soll stetig erweitert werden. Die Datei wurde auf ehealthstandards.ch veröffentlicht.
Externer Link: Übersicht bestehende Standards
Die Arbeitsgruppe technische Voraussetzungen digitale Gesundheitsanwendungen hat ihre Zwischenresultate vorgestellt. eHealth Suisse stellte eine mögliche Strategie zur Verwendung von FHIR im SwissHDS und den Zusammenhang zwischen Datenprodukten und den bereits publizierten Austauschformaten in FHIR dar. Die potenzielle Strategie soll durch ein geplantes Mandat herausgefordert und evaluiert werden. Das Resultat wird wieder an der FDMG präsentiert.
Diskussion zur organisatorische Neuausrichtung der FDMG:
Ab 2026 entwickelt sich die FDMG von einer arbeitsgruppengetriebenen Struktur zu einer Koordinationseinheit für Digitalisierungsprojekte von nationaler Bedeutung. Der Fokus liegt dabei auf Harmonisierung und Standardisierung:
- Sie begleitet und berät die Projekte bei der Umsetzung und prüft das Synergiepotenzial mit weiteren Projekten.
- Sie berät die Projekte, in welchen Bereichen sie von der Nutzung internationalen oder nationaler Standards profitieren könnten.
- Sie dient als zentrale Abstimmungsplattform für relevante Initiativen im Bereich Standardisierung und Datenmanagement.
Fachkonferenz der FDMG - 26. Januar 2026:
Die Fachgruppe Datenmanagement im Gesundheitswesen traf sich am 26. Januar zu ihrer 17. Fachgruppenkonferenz. Die Arbeitsgruppe technische Voraussetzungen digitale Gesundheitsanwendungen hat ihre Zwischenresultate vorgestellt.
Standardisierungsprojekte: Präsentation und Diskussionsrunde:
Die Strukturierte Datenextraktion am Beispiel von Krebsdaten (BK) und der Swissnoso IPC Plattform wurden präsentiert. In der Diskussion zeigten sich bei beiden Projekten ähnliche Herausforderungen:
- Standardisierung, Interoperabilität und Rollenklärung sind zentrale Voraussetzungen. Eine bundesweite Vorgabe resp. Empfehlung zu den Einsatzbereichen der Standards (z. B. FHIR oder eCH) würde die Umsetzung deutlich erleichtern und Doppelspurigkeiten vermeiden.
- Strukturierte Datenerfassung möglichst nahe an der Quelle ist ein strategisches Ziel – aber praktisch limitiert.
- Mehrfachnutzung von Daten ist politisch gewünscht, aber nur begrenzt realistisch. Unterschiedliche Nutzungszwecke erfordern unterschiedliche Datenanforderungen.
- Herausforderungen sind primär organisatorischer und regulatorischer, nicht technischer Natur.
Fachkonferenz der FDMG - 23. März 2026:
Die Arbeitsgruppe technische Voraussetzungen digitale Gesundheitsanwendungen hat eine erste Version einer Übersicht möglicher Standards für digitale Gesundheitsanwendungen vorgestellt. Dabei wurden die Perspektiven der Hersteller und des SwissHDS berücksichtigt. Die Ergebnisse der Evaluation zur Verwendung von FHIR im SwissHDS wurden präsentiert. Die Evaluation zeigt, dass FHIR für viele Anforderungen des SwissHDS geeignet ist und ein, wenn nicht sogar der zentrale Baustein für dessen Umsetzung darstellt. FHIR wird jedoch nicht der einzige Standard sein. Die technische Umsetzbarkeit wurde als realistisch beurteilt. Die grössten die Herausforderungen liegen vor allem in der rechtlichen und organisatorischen Umsetzung.
Standardisierungsprojekte: Präsentation und Diskussionsrunde:
Aktivitäten des SPHN (SPHN):
- Da die Codierung in den meisten Fällen erst spät im Prozess erfolgt, entsteht ein Selektionsbias, der die Datenqualität und deren projektübergreifende Vergleichbarkeit erheblich beeinträchtigt. Dies ist nach wie vor ein grosses Problem.
- Eine laienverständliche Aufarbeitung der Ergebnisse für die Kommunikation würde deren Verständlichkeit und damit die breite Akzeptanz begünstigen.
IES-NG (LBA-Sanität):
- Die zeitgerechte Umsetzung der geplanten Schnittstelle für die zentrale Erfassung von Versorgungskapazitäten in den Spitälern.
- Das Pilotprojekt zur zentralen Erfassung der Versorgungskapazität in Zusammenarbeit mit den Spitälern Fribourg, Luzern und Thun.