Umsetzungshilfen

eHealth Suisse unterstützt die Versorgungsregionen bei ihren jeweiligen Umsetzungsprojekten, indem sie ihnen Umsetzungshilfen in Form von erläuternden Dokumenten zur Verfügung stellt.

Die Umsetzungshilfen sind rechtlich nicht verbindlich. Sie geben Hinweise, wie eine Aufgabe im Umfeld der digitalen Vernetzung angegangen werden kann. Die angesprochenen Akteure können selber entscheiden, ob sie sich an die Vorschläge und Empfehlungen halten wollen.

Identifikation von Hilfspersonen beim EPD

Gesundheitsfachpersonen können «Hilfspersonen» einsetzen, die an ihrer Stelle Daten und Dokumente im EPD bearbeiten. Damit diese auf das elektronische Patientendossier zugreifen können, erhalten Sie zur eindeutigen Identifikation eine Global Location Number (GLN) und werden in der Datenbank der Stiftung Refdata referenziert. Im Rahmen einer temporären Arbeitsgruppe wurden für den GLN-Vergabeprozess zwei Optionen definiert. Die vorliegende Umsetzungshilfe beschreibt diese zwei Möglichkeiten für die (Stamm-)Gemeinschaften, um Hilfspersonen bei der Stiftung Refdata eindeutig identifizieren und referenzieren zu lassen.

Anwendbarkeit der EU-Datenschutzgesetzgebung auf (Stamm-)Gemeinschaften

Mit dem Inkrafttreten der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) am 25. Mai 2018 stellte sich die Frage, ob sie auch für Stammgemeinschaften und das EPD Anwendung findet. Zu diesem Zweck hat eHealth Suisse eine Umsetzungshilfe in Auftrag gegeben. Diese erläutert, in welchen Fällen die EU-Datenschutzgesetzgebung ausserhalb der EU zur Anwendung gelangt, was es dabei zu beachten gilt und welche Auswirkungen sich für die Stammgemeinschaften und Gemeinschaften ergeben. Im Weiteren zeigt sie auf, wie sich eine Anwendbarkeit der EU-Datenschutzgesetzgebung unter gewissen Voraussetzungen vermeiden lässt.

Stellvertretungen im EPD

Wenn jemand sein EPD nicht selber verwalten kann oder will, kann diese Aufgabe an eine Stellvertreterin oder an einen Stellvertreter übertragen. Das Ausführungsrecht zum Bundesgesetz über das Elektronische Patientendossier EPDG macht jedoch nur wenige Aussagen dazu, wer und in welchen Fällen eine Stellvertretung übernehmen kann. Es wird jeweils auf die zivilrechtlichen Bestimmungen verwiesen. Für mehr Klarheit, wie diese Bestimmungen im Fall des EPD auszulegen sind, hat eHealth Suisse auf mehrfachen Wunsch hin die Umsetzungshilfe «Stellvertretungen im EPD» erarbeitet. Sie enthält Richtlinien für die Praxis – beispielsweise was die altersmässige Kategorisierung für Kinder und Jugendliche angeht –, Entscheidbäume zum Vorgehen für alle Altersgruppen, Formular-Vorlagen und Hintergrundinformationen. Das Factsheet gibt die wichtigsten Punkte der Umsetzungshilfe wieder.

Konvertierung von PDF-Dateien beim EPD-Hochladen

Da im EPD nur bestimmte Dateiformate in bestimmten Ausprägungen zugelassen sind, müssen Original-Dokumente vor dem Hochladen teilweise noch in das EPDG-konforme Format konvertiert werden; im Falle von PDFs in die archivierungssicheren PDF/A-1 und PDF/A-2. Eine temporäre Arbeitsgruppe aus Mitgliedern vom BAG, Stammgemeinschaften, Software-Fachpersonen und eHealth Suisse hat verschiedene Lösungswege zur Konvertierung erörtert. Daraus resultiert die kurze Umsetzungshilfe.

Einwilligung zur Eröffnung eines EPD

Die Eröffnung eines elektronischen Patientendossiers (EPD) ist für die Patientinnen und Patienten freiwillig. Ihre Einwilligung ist deshalb ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum EPD. Zuständig für das Einholen dieser informierten Einwilligung sind die Stammgemeinschaften. Die neue Umsetzungshilfe von eHealth Suisse, «Einwilligung zur Eröffnung eines EPD», unterstützt sie in diesem Prozess. Sie zeigt die rechtlichen Anforderungen auf und formuliert Empfehlungen zum Ablauf, den Rollen und den Hilfsmitteln. Ausserdem finden sich darin unverbindliche Vorlagen für die Patienteninformation und das Einwilligungsformular.

Erfahrungen aus dem Projekt „Mon Dossier Médical“

Die dezentrale Umsetzung des elektronischen Patientendossiers EPD hat zur Folge, dass sich in vielen Kantonen und zukünftigen EPD-Gemeinschaften derzeit die gleichen Fragen stellen: Wie führen wir das EPD in den Alltag der Gesundheitsfachpersonen ein? Wie motivieren wir die Patientinnen und Patienten zur Teilnahme? Wie ist mit ethisch schwierigen Fragen umzugehen? Der Kanton Genf führt seit einigen Jahren mit MonDossierMédical ein Projekt, das bereits sehr viele Elemente des EPD umsetzt und somit wertvolle Erfahrungen mit digitalen Patientendossiers gesammelt hat. eHealth Suisse hat deshalb eine Umsetzungshilfe erarbeitet, in der die Genfer Erfahrungen festgehalten und Hinweise für andere EPD-Umsetzer beschrieben werden.

Datenschutz und Datensicherheit im EPD

Datenschutz und Datensicherheit sind zentrale Themen im elektronischen Patientendossier (EPD). Entsprechend sieht das EPD-Recht dazu zahlreiche und strenge technische und organisatorische Massnahmen vor. Wie eine Gemeinschaft diese umsetzen kann, beschreibt die Umsetzungshilfe „Datenschutz & Datensicherheit im EPD“.

Anbindung von Primärsystemen an die EPD-Infrastruktur

Die Umsetzungshilfe «Anbindung Primärsysteme» beschreibt mögliche Wege, bestehende Primärsysteme der Gesundheitsinstitutionen an die künftige Infrastruktur des elektronischen Patientendossiers (EPD) anzubinden. Mit konkreten Anwendungsfällen werden der Anwenderprozess illustriert und technische Lösungsansätze beschrieben. Der Bericht soll zudem Herstellern und Anwendern von Primärsystemen helfen, in ihrem Unternehmen die richtigen strategischen Fragen im Kontext EPD zu stellen.

Rechtliche Anpassungen in den Kantonen

Mit dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes über das elektronische Patientendossier (EPDG) müssen die Kantone ihre jeweilige Rechtsordnung auf die Vereinbarkeit mit dem EPDG und dessen Ausführungsrecht überprüfen und gegebenenfalls die notwendigen Anpassungen in die Wege leiten. Um die Kantone in diesem Prozess zu unterstützen, hat eHealth Suisse 2016 die Umsetzungshilfe «Rechtliche Anpassungen in den Kantonen» herausgegeben. Einerseits gibt das Papier einen Überblick über die in den Kantonen in den letzten Jahren vorgenommenen oder geplanten rechtlichen Anpassungen, andererseits dienst eine Checkliste den Kantonen als Umsetzungshilfe.

Finanzierung von Gemeinschaften

Das Bundesgesetz zum elektronischen Patientendossier (EPDG) enthält keine Vorgaben zur Finanzierung von Gemeinschaften und Stammgemeinschaften. Deshalb beleuchtete eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von eHealth Suisse 2016 die bestehende Situation und den Wissensstand. Ihr Kernergebnis  ist eine Checkliste – unterteilt in die Module «Vision», «Strategie» und «Finanzierungsmodell». Diese Module weisen schrittweise auf die relevanten Fragestellungen einer Betriebsfinanzierung von Gemeinschaft oder Stammgemeinschaft hin, wodurch sich auch allfällige Umsetzungshürden frühzeitig identifizieren lassen. Ergänzend zur Checkliste verweist die Umsetzungshilfe auf bestehende Lösungsansätze zur Überwindung der Finanzierungsproblematik von Stammgemeinschaften und Gemeinschaften.

Letzte Änderung 26.09.2019