Elektronische Identität

Sichere Identifizierung

Ob Gesundheitsfachpersonen, Hilfspersonen, Patienten oder Stellvertreter: Alle Personen, die am EPD beteiligt sind, müssen sich mit einer elektronischen Identität sicher identifizieren.

Elektronische Identitäten für das EPD

Neben den (Stamm-)Gemeinschaften müssen nach Bundesrecht auch die Herausgeber der Identifikationsmittel für das EPD zertifiziert werden. Diese Firmen haben das Zertifizierungsverfahren für die sichere Identifizierung erfolgreich durchlaufen (Stand Dezember 2019):

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Fragen zur elektronischen Identität

Wo werden Patientinnen und Patienten ihre elektronischen Identitäten für das EPD beziehen können?

Dies unterscheidet sich je nach eID- als auch EPD-Angebot. Einige Stammgemeinschaften planen, den Prozess zur Eröffnung eines EPD mit jenem zum Bezug einer eID zusammenzulegen.

Hat ein allfälliges Referendum zum Bundesgesetz über elektronische Identifizierungsdienste Auswirkungen auf die Einführung des EPD?

Nein. Die Identifikationsmittel für das EPD werden unabhängig vom Bundesgesetz über elektronische Identifizierungsdienste (BGEID) herausgegeben. Unter welchen Bedingungen ein Identifikationsmittel für das EPD zugelassen und zertifiziert werden kann, regelt die EPD-Gesetzgebung (vgl. Art. 7 EPDG; Kap. 4 EPDV, Art. 8 EPDV-EDI), nicht das BGEID.

Wie muss sich der Patient oder die Patientin beim Eröffnen eines EPD identifizieren?

Der Patient oder die Patientin kann seine oder ihre Identität mit einem Pass, einer Identitätskarte oder einem Niederlassungsausweis bestätigen, wobei sich die zugelassenen Ausweismittel nach Ausweisgesetz bzw. Ausländergesetz richten (vgl. Erläuterungen zu Art. 17 EPDV). Verfügt er oder sie bereits über ein Identifikationsmittel eines nach EPDG zertifizierten Herausgebers, so kann er oder sie sich auch mit diesem ausweisen. Als Alternative kann der Patient oder die Patientin einen mit einer qualifizierten elektronischen Signatur nach Bundesgesetz signierten Antrag auf elektronischem Weg einreichen.

Da das Video-Identifikationsverfahren für den Prozess zur Herausgabe eines zertifizierten Identifikationsmittels (vgl. Kapitel 13, elektronische Identität) zulässig ist, müsste dies in Analogie auch für die Eröffnung des EPD zulässig sein. Der Entscheid, ob das von der Stammgemeinschaft gewählte Verfahren zulässig ist, obliegt jedoch der Zertifizierungsstelle.

Auch wenn es in Anhang 2 EPDV-EDI («TOZ») dazu keine Vorschrift gibt, so ist die Aufbewahrung einer Kopie des Identifikationsmittels aus Beweissicherungsgründen zu empfehlen.

Kann eine (Stamm-)Gemeinschaft auswählen, welche zertifizierten elektronischen Identitäten sie für den Zugriff auf das EPD akzeptiert?

Das EPDG und sein Ausführungsrecht schreiben zwar vor, dass alle Teilnehmenden (Patientinnen und Patienten sowie Gesundheitsfachpersonen) des EPD über eine sichere elektronische Identität (eID) verfügen und die Herausgeber von Identifikationsmitteln zertifiziert sein müssen. Es gibt jedoch keine Vorgaben, wonach die (Stamm-)Gemeinschaften sämtliche zertifizierten eIDs akzeptieren müssten. Das bedeutet, dass sie dies sebst entscheiden können.

Zu beachten ist jedoch, dass zumindest in der ersten Phase der Einführung des EPD die Auswahl an zertifizierten eIDs vermutlich sehr klein sein wird. Zudem sollte eine (Stamm-)Gemeinschaft technisch kaum oder keine spezifischen Anpassungen für die Integration verschiedener eIDs benötigen, zumal die Kommunikation mit dem Identity Provider (IDP) durch Festlegungen im Rahmen der ersten Revision des Anhangs 8 zur EPDV-EDI standardisiert wurde.

Letzte Änderung 20.02.2020