EPD-Anbindung

Anbindung von Primärsystemen

 

 

 

Warum eine tiefe Integration vom EPD in die IT-Systeme von Gesundheitseinrichtungen?

Das elektronische Patientendossier (EPD) kommt. Im Dezember 2020 wurden die ersten zwei EPD-Anbieter («Gemeinschaften») zertifiziert und können nun ihre Dienste anbieten. Von nun an wird das EPD Teil der Schweizer eHealth-Landschaft und allmählich Teil des Alltags werden.
Gesundheitseinrichtungen im stationären Bereich sind verpflichtet, sich dem EPD anzuschliessen. Der ambulante Bereich, wie z.B. Hausärzte oder Spitex, sind nicht verpflichtet, dem EPD beizutreten. Sie sind jedoch eine wichtige Säule des Versorgungsnetzes und werden nachdrücklich aufgefordert, das EPD ebenfalls zu nutzen.

Das elektronische Patientendossier (EPD) stellt einen wichtigen Meilenstein im Schweizer Gesundheitswesen dar. Behandlungsrelevante Informationen werden im EPD der Patientin oder des Patienten bereitgestellt und stehen so jederzeit zum Abruf bereit.
Dabei gilt: Der Nutzen des EPD steigt mit der Verbreitung – sowohl in der Bevölkerung wie auch auf der Seite der Gesundheitseinrichtungen und ihren Behandelnden.

Dieses Informationsangebot von eHealth Suisse in Kooperation mit IHE Suisse und weiteren Partnern hat zum Ziel, die rasche Verbreitung und tiefe Integration des EPD in die Primärsysteme bei möglichst vielen Leistungserbringern in der Schweiz zu fördern.
Das Angebot richtet sich an Umsetzende, welche wissen wollen, was sie tun müssen, um die relevanten Schnittstellen und Sicherheitsanforderungen zu implementieren, damit sie später ihr Primärsystem an die EPD-Plattform ihrer Gemeinschaft anschliessen können.
Dies ist ein Basisinformationsangebot, um eine vertiefte Orientierung zu geben und damit den Einstieg ins Thema zu erleichtern.

Anbindungsmöglichkeiten allgemein

Für den technischen Anschluss des hauseigenen Informationssystems, Primärsystem genannt, sind grundsätzlich zwei Anbindungsoptionen möglich:

  • Web-Portal: Eine Gesundheitseinrichtung greift über das Gesundheitsfachpersonen-Portal der Gemeinschaft auf das EPD zu. Diese Variante erfordert nur geringe technische Voraussetzungen und ist vergleichsweise rasch umsetzbar. Sie hat jedoch bedeutende Nachteile (zum Beispiel Arbeiten in zwei Systemen, kein automatisches Festlegen von EPD-relevanten Dokumenten, manueller und deshalb fehleranfälliger Export und Import der EPD-Dokumente), weshalb sie nur als Einstiegsoption zu sehen ist, der weitere Integrationsschritte in Richtung einer integrierten Lösung folgen sollten.
  • Integrierte Lösung: Administrative Systeme und Fachapplikationen werden direkt an die Provider-Plattform angebunden. Viele administrative und klinische Patientendaten können so automatisiert weitergegeben werden. Diese Anbindungsoption ermöglicht ein effizientes und nachhaltiges EPD, mit möglichst hoher Automatisierung und vorrangiger Bedienung durch Hilfspersonen. Das vorliegende Informationsangebot hat zum Ziel, zu zeigen, wie eine native Implementation der relevanten Schnittstellen erfolgen kann. Möglich ist jedoch auch der Einsatz von kommerziellen oder Open-Source-Konnektoren (bspw. eHealth Connector oder «Open eHealth Integration Platform» IPF)

 

 

 

 

 

Letzte Änderung 18.02.2021