Fragen und Antworten

Elektronisches Patientendossier allgemein

Wer kann ein Elektronisches Patientendossier (EPD) eröffnen?

Alle Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz können ein EPD eröffnen. Dazu müssen Sie gar nicht unbedingt ein Patient sein, der momentan ein Leiden hat. Auch eine gesunde Person kann ein EPD besitzen. Dieses kann beispielsweise einen Impfausweis oder ein Röntgenbild aus einer früheren Behandlung enthalten.

Bin ich verpflichtet, ein EPD zu eröffnen?

Nein. Keine Privatperson ist verpflichtet, ein EPD zu eröffnen. Das EPD ist für Patientinnen und Patienten freiwillig.

Wann kann ich ein EPD eröffnen?

Das EPD kommt ab Mitte 2018. Bereits heute gibt es in einigen Regionen digitale Angebote für Patientendossiers, doch es wurde noch kein Anbieter zertifiziert. Bisher fehlten die rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen dafür. Nun werden sie schrittweise umgesetzt.

Wo kann ich mein EPD eröffnen?

Dafür werden die sogenannten «Stammgemeinschaften» zuständig sein. Unter www.patientendossier.ch wird eine Liste der Stammgemeinschaften veröffentlicht. Voraussichtlich ab Mitte 2018 wird es die ersten zertifizierten Gemeinschaften geben.

Was wird mich das EPD kosten?

Dazu gibt es keine rechtlichen Vorgaben. Jede Stammgemeinschaft entscheidet selbst, ob sie für das EPD – für die Eröffnung, für Serviceleistungen oder für die Löschung – eine Gebühr verlangt.

Wird das EPD vom Bund eingeführt?

Nein. Das EPD wird in der Schweiz nicht zentral, sondern dezentral eingeführt. Es ist ein Zusammenschluss von regionalen Umsetzungen (sogenannte «Gemeinschaften» oder «Stammgemeinschaften»), die offiziell zertifiziert werden – nach den schweizweit gleichen Regeln und Gesetzen.

Inhalte und Funktionalitäten

Welche Dokumente sind im EPD?

Im EPD sind Kopien von den Originaldokumenten Ihrer Gesundheitsfachperson. Aber auch Ihre eigenen Dokumente, die Sie für Ihre Gesundheit als wichtig erachten und selbst in Ihr EPD hochladen – zum Beispiel die Patientenverfügung oder das Brillenrezept.

Wer sieht die Dokumente in meinem EPD?

Sie alleine bestimmen, welche Gesundheitsfachperson welche Dokumente lesen kann. Denn Sie erteilen den Gesundheitsfachpersonen die Zugriffsrechte. Nur im medizinischen Notfall ist es möglich, ohne Zugriffsrechte Dokumente einsehen zu können.

Ich will nicht, dass meine Gesundheitsfachperson alle Dokumente sieht.

Als EPD-Besitzerin oder -Besitzer können Sie jederzeit festlegen, welche Dokumente für die von Ihnen zugelassenen Gesundheitsfachperson zugänglich sind und welche nicht.

Speichert meine Ärztin oder mein Arzt alles über mich ins EPD?

Nein, sondern nur jene Dokumente, die relevant für andere Fachpersonen oder die weitere Behandlung sind – beispielsweise ein Überweisungsbericht oder die Medikationsliste. Ihre Gesundheitsfachperson führt neben dem EPD auch Ihre persönliche Krankengeschichte. Diese enthält weit mehr Informationen als Ihr EPD.

Sicherheit und Datenschutz

Sind meine Dokumente im EPD sicher?

Das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (EPDG) schreibt vor, wie das EPD organisiert und technisch abgesichert sein muss. Jeder EPD-Anbieter wird umfassend geprüft, zertifiziert und kontrolliert. Damit wird sichergestellt, dass Ihre Dokumente im EPD geschützt sind.

Werden lange zurückliegende, verheilte Krankheiten hervorgeholt und überbewertet?

Nein, es sollen nur Daten aufbewahrt bleiben, die auch in Zukunft für eine Behandlung relevant sind. Schon heute werden viele Daten gespeichert und können hervorgeholt werden, jedoch lückenhaft. Ein einheitliches EPD erlaubt es ÄrztInnen und TherapeutInnen, das Krankheitsbild genauer zu erfassen und eine bessere Behandlung zu verordnen. Die Behandlung liegt nach wie vor im Ermessen jedes Arztes oder jeder Ärztin. Sie entscheiden zusammen mit den PatientInnen.

Organisation und Technik

Muss ich in neue Technologien investieren, um ein EPD eröffnen zu können?

Nein. Ein sicherer Internetzugang und die persönliche elektronische Identität genügen, um über das sogenannte «Patienten-Zugangsportal» auf Ihre Dokumente zugreifen zu können.

Ich habe keinen Computer, will aber ein EPD.

Das ist trotzdem möglich. Beauftragen Sie eine Vertrauensperson aus dem privaten Umfeld oder eine Gesundheitsfachperson Ihres Vertrauens, Ihr EPD zu bewirtschaften. Die Einwilligungserklärung für Ihr EPD müssen Sie aber persönlich unterschreiben.

Müssen die Gesundheitsfachpersonen in neue Technologien investieren, um auf das EPD zugreifen zu können?

Investitionen sind dann nötig, wenn die Gesundheitsfachperson über das eigene IT-System auf das EPD zugreifen möchte. Dies hat den Vorteil, dass sie schneller und einfacher Dokumente ins EPD stellen oder aus dem EPD kopieren können. Es ist aber auch möglich, über das «Zugangsportal für Gesundheitsfachpersonen» auf die Dokumente im EPD zuzugreifen. In diesem Fall genügen ein sicherer Internetzugang und die elektronische Identität.

Letzte Änderung 16.10.2017