Bestehende Austauschformate

Anhörung zur eMedikations-Architektur für das EPD

Die eMedikation ist einer der am häufigsten nachgefragten Anwendungsfälle im EPD-Kontext. In seiner heutigen Ausprägung ist das EPD jedoch für die Speicherung von Dokumenten ausgelegt. Eine Prozessunterstützung, wie sie für die eMedikation nötig ist, ist nicht implementierbar. Aus diesem Grund hat eine Arbeitsgruppe von eHealth Suisse ein Architektur-Konzept für die eMedikation ausgearbeitet. Dieses liegt vom 20. November 2020 bis zum 19. Februar 2021 für die öffentliche Anhörung auf. Alle interessierten Personen und Organisationen können sich zum Architektur-Konzept und den acht Umsetzungs-Vorschlägen äussern. Parallel findet ein fachliches Review zu den technischen Spezifikationen statt. Wer an der Anhörung teilnehmen will, kann sich per E-Mail bei info@STOP-SPAM.e-health-suisse.ch melden und einen Zugang beantragen. Bitte in der Mail erwähnen ob Sie einen Zugang zum deutschen- oder französischen Fragebogen möchten. Sie können den Fragebogen ebenfalls in einer Word-Version beantragen, falls Sie Ihre Antworten in einem Gremium kursieren lassen möchten. Es werden jedoch nur Stellungnahmen berücksichtigt, die elektronisch über das online Tool eingegeben wurden. Alle Unterlagen sind im Fragebogen verlinkt und auf unserer Webseite abrufbar.

Austauschformat eImpfdossier

Das elektronische Impfdossier (eImpfdossier) geht weiter als der Papier-Impfausweis: Es kann neben den Impfdaten auch Informationen enthalten, die im Zusammenhang mit Impfungen wichtig sein können, zum Beispiel bisherige Krankheiten, Allergien die aktuelle Medikation oder der Immunstatus. Das Austauschformat eImpfdossier kann für folgende Anwendungsfälle eingesetzt werden:

  • Elektronischer Impfausweis (geeignet als Dokument im elektronischen Patientendossier EPD)
  • Dokumentation von neu verabreichten Impfungen (geeignet für Kommunikation zwischen Behandelnden oder zur Meldung ans EPD zur Aktualisierung des elektronischen Impfausweises)
  • Anfrage Impfempfehlung (geeignet für die Anfrage von Impfempfehlungen an sogenannte CDSS, Clinical decision support systems)
  • Antwort Impfempfehlung (geeignet für Impfempfehlungen von den CDSS)

Austauschformat eLaborbefund

Das Austauschformat eLaborbefund definiert einen allgemeinen Laborbefund. Damit können Laboratorien in der Schweiz für deren Kunden – wie Ärzte oder Spitäler – elektronische Laborbefunde herstellen, die sowohl von Menschen gelesen, als auch von Softwaresystemen elektronisch verarbeitet werden können. Die vorliegende Spezifikation definiert den technischen und semantischen Standard für den elektronischen und strukturierten Austausch der eLaborbefunde. Sie baut auf den bestehenden Austauschformaten im Laborbereich auf und richtet sich an denselben internationalen Normen und Standards aus.

Austauschformate für die eMedikation

Die eMedikation ist einer der am häufigsten nachgefragten Anwendungsfälle im EPD-Kontext. 2017 erarbeitete die Interprofessionelle Arbeitsgruppe (IPAG) Vorgaben für dazugehörige Austauschformate. Das Resultat dieser Arbeiten wurde mit dem IHE Community Medication Prescription and Dispense (CMPD) Profile harmonisiert, welches ebenfalls solche Austauschformate (documents) für den eMedikationsprozess definiert. Das Faktenblatt von eHealth Suisse listet, erklärt und verbindet die diversen Dokumente und Austauschformate zur eMedikation und zeigt das weitere Vorgehen auf: Die gesamte eMedikation auf einmal einzuführen, würde sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Deshalb soll die Einführung in zwei Phasen ablaufen. In einem ersten Schritt soll gegen Ende 2020 das «Medication Card Document» eingeführt werden, das eine möglichst vollständige Übersicht der aktuellen Medikation enthält.

Nationale Architektur für die eMedikation

Die Arbeitsgruppe eMedikation von eHealth Suisse hat 2019 die Architektur für die eMedikation im EPD erarbeitet. Nun liegt das Ergebnis im Schlussbericht vor (auf Englisch, Zusammenfassungen auf Deutsch und Französisch): Die Daten zur eMedikation sollen für jeden Patienten in seiner eigenen Stammgemeinschaft gespeichert werden – im Unterschied zu den EPD-Dokumenten, welche von den Leistungserbringern dezentral in deren jeweiligen (Stamm-)Gemeinschaften gespeichert werden. Ebenfalls in der Verantwortung der Stammgemeinschaft des Patienten ist der Betrieb eines sogenannten eMedication-Services, unter anderem für die Aktualisierung der Medikationsübersicht.

Austauschformat Laborbefunde im Transplantationsprozess

eHealth Suisse hat das Dokument «Austauschformat Laborbefunde im Transplantationsprozess» am 29. Januar 2014 genehmigt. Dieser Implementierungsleitfaden beschreibt die Meldung von Spender- und Empfänger-Labordaten an «Swiss Organ Allocation System» (SOAS), definiert ein einheitliches Format für die Labordatenübermittlung und gibt normativ die entsprechenden Spezifikationen vor. Ausschlaggebend für die Ausarbeitung des Austauschformats war das Ziel, den hohen Zeitaufwand sowie die Fehlerquote der Daten aufgrund manueller Eingabe möglichst zu verringern. Dies bedingt die semantische Interoperabilität der beteiligten Systeme.

Austauschformat Laborbefunde für Qualitätskontrolle

Die Schweizerische Kommission für Qualitätssicherung im medizinischen Labor (QUALAB) ist zuständig für die Massnahmen zur Qualitätssicherung im Laborbereich gemäss Krankenversicherungsgesetz (KVG). In Absprache mit QUALAB führte eHealth Suisse im Herbst 2015 eine Online-Anhörung zum Austauschformat „Laborbefunde für Qualitätskontrolle" durch. Nach Auswertung der Ergebnisse durch QUALAB konnte der Steuerungsausschuss von eHealth Suisse das Austauschformat per Ende Januar 2017 nun als nationale Empfehlung verabschieden. Das Austauschformat ist auf der Webseite von eHealth Suisse publiziert, die dazugehörigen Value Sets auf der Webseite von QUALAB.

Letzte Änderung 25.11.2020