Internationale Koordination

Damit die Schweiz im internationalen Austausch medizinischer Daten nicht ein abgeschlossenes System baut, verfolgt eHealth Suisse die eHealth-Aktivitäten auf europäischer Ebene und wirkt aktiv in verschiedenen internationalen Projekten mit.

eHealth-Governance auf europäischer Ebene

Für die europäische eHealth-Koordination sind zwei Plattformen relevant: Das «eHealth Network» ist das zentrale strategische Entscheidungsorgan der Europäischen Union (EU). Es definiert eine gemeinsame Vision und erarbeitet unverbindliche Richtlinien.

Bisher hat das «eHealth Network» Leitlinien zu den Themen

  • Patient Summary
  • ePrescription
  • National Contact Points (NCP), Gateway für den grenzüberschreitenden Datenaustausch

erarbeitet.
Die zweite Plattform ist die «Joint Action to Support the eHealth Network» (JAseHN). Die Plattform bereitet die fachlichen Unterlagen für das «eHealth Network» vor.

Connecting Europe Facility-Programme

Das «Connecting Europe Facility-Programme» (CEF) ist ein umfassendes Infrastrukturprogramm im Bereich der digitalen Wirtschaft der EU. Dieses läuft von 2014 bis 2020. Die EU investiert hier 7,5 Millionen Euro für eHealth. Damit will sie eine sogenannte «Digital Service Infrastructure» in Europa aufbauen. Auf der Basis einheitlicher Infrastrukturkomponenten (z.B. sogenannte nationale Kontaktpunkte «National Contact Points») will die EU den länderübergreifenden elektronischen Datenaustauch ermöglichen.

In den Projekten epSOS und EXPAND (siehe unten) wurde ein solcher nationaler Kontaktpunkt für die Schweiz in Genf pilotmässig aufgebaut. eHealth Suisse arbeitet zusammen mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und den Genfer Projektpartnern auf die dauerhafte Etablierung des nationalen Kontaktpunktes gemäss Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (EPDG) hin.

EXPAND

Die EU hat das Projekt «Expanding Health Data Interoperability Services» (EXPAND) lanciert, um die Erkenntnisse aus dem epSOS-Projekt wahren zu können. EXPAND lief von Anfang 2014 bis Ende 2015 mit dem Ziel,

  • die Infrastruktur (National Contact Point) und die unter epSOS betriebenen Anwendungen zu erhalten und auszubauen;
  • die Frist bis zum Inkrafttreten des Programms «Connecting Europe Facility» (CEF) zu überbrücken.

Die Schweiz hat ab Oktober 2014 im Rahmen einer Kooperation von eHealth Suisse mit dem Universitätsspital Genf (Hôpitaux Universitaires de Genève HUG) und der Fachhochschule Westschweiz Genf HES-SO am EXPAND-Projekt teilgenommen. Dank der Teilnahme an EXPAND kann der im Projekt epSOS etablierte Genfer National Contact Point unter der Verantwortung des Kantons Genf fachgerecht weiterbetrieben werden.

epSOS

Das Projekt epSOS ist Ende Juni 2014 offiziell ausgelaufen. Das im Jahr 2008 lancierte eHealth-Projekt hat eine Vielzahl europäischer Länder in einer praxisorientierten Zusammenarbeit vereint. Das Angebot der aufgebauten Services bleibt in der Schweiz auch nach dem epSOS-Projektabschluss erhalten. Die Teilnahme der Schweiz am Projekt epSOS zwischen 2011 bis Mitte 2014 mit der Pilotanwendung am Universitätsspital Genf (Hôpitaux Universitaires de Genève HUG) ist durch die Unterstützung des Kantons Genf, des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), von eHealth Suisse und von der Fachhochschule Westschweiz Genf HES-SO ermöglicht worden. Seit Juli 2014 werden die Schweizer epSOS-Services unter der Verantwortung des Kantons Genf weitergeführt. Das HUG bietet nicht alle von epSOS angebotenen Services an, sondern konzentriert sich darauf, anderen Teilnehmerregionen den Zugriff auf das sogenannte «Patient Summary» der Patientinnen und Patienten des HUG zu ermöglichen.

Eine wichtige «Lesson Learned» sehen die HUG in der Bedeutung und Komplexität der semantischen Codierung von medizinischen Informationen. Die Evaluation des Bereichs «Bereitschaft» der Schweizer epSOS-Pilotanwendung durch eHealth Suisse zeigt ihrerseits auf, dass Interoperabilität im weiteren Sinne machbar ist, trotz unterschiedlicher nationaler Ausgangsbedingungen. Zudem bestätigen die Evaluationsresultate, dass die Auswahl offener Standards von eHealth Suisse (z.B. IHE, CDA, HL7, Snomed) die richtige Strategie ist.

CALLIOPE

Das Projekt Call for Interoperability (Calliope) ist im Juli 2008 gestartet und hat bis Ende 2011 gedauert. Vertreten waren 22 EU- und EFTA-Länder. Die Schweiz war Mitglied des Projekts ab Februar 2009. Primäres Ziel von Calliope war die Informationsvernetzung (Funktion als Plattform). In Calliope sind wichtige Erkenntnisse auch aus dem Projekt epSOS eingeflossen.

Health On the Net

Die Stiftung Health On the Net (HON) setzt sich für eine Verbesserung der Qualität von gesundheitsbezogenen Informationen im Internet und für deren angemessene und effiziente Nutzung ein. HON möchte der Bevölkerung den Zugang zu vertrauenswürdigen Gesundheitsinformationen erleichtern. Dafür hat sie einen Verhaltenskodex, den HONcode, entwickelt. Er bietet Webseitenherausgebern Anhaltspunkte, um qualitativ hochwertige Websites zu erstellen und schützt gleichzeitig die Bevölkerung vor unseriösen medizinischen Informationen.

Integrating the Healthcare Enterprise

Integrating the Healthcare Enterprise (IHE Schweiz und IHE Europe) ist auf Initiative von Gesundheitsfachleuten und –Industrie ins Leben gerufen worden. Ziel ist, den Austausch von Gesundheitsinformationen zwischen den verschiedenen Computersystemen zu verbessern.

Letzte Änderung 31.08.2017