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Wo und wie soll eHealth zuerst in die Praxis umgesetzt werden?
Zuerst müssen klare rechtliche Grundlagen geschaffen werden. Dafür braucht es bereits eine klare Vorstellung über das zukünftige System. Dann soll eHealth dort umgesetzt werden, wo es oft genutzt wird und damit viel Sparpotenzial bietet: z. B. bei der Abrechnung, bei der Überweisung von PatientInnen an Spezialärzte oder Spitäler, bei der Verschreibung von Medikamenten oder Therapien und bei der Überwachung des Gesundheitszustandes.
Welches sind die übergeordneten Projekte?
1. Elektronisches Patientendossier: Medizinische Daten einer Person müssen nach einer einheitlichen Struktur elektronisch ausgetauscht werden können.
2. Online-Dienste: Der Zugang zu qualitativ gesicherten Online-Informationen und Online-Diensten im Gesundheitsbereich soll gefördert werden.
3. Umsetzung der Strategie eHealth: Die Strategie kann nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn sie aktiv begleitet, weiterentwickelt und durch Begleitmassnahmen unterstützt wird.
Braucht es neue rechtliche Grundlagen?
Ja, sowohl beim Bund wie auch in den Kantonen müssen rechtliche Grundlagen geschafft oder angepasst werden. Diese sollen rechtzeitig vorgenommen werden - je nach Fall national oder kantonal. Sie betreffen unterschiedliche Bereiche wie zum Beispiel die Persönlichkeitsrechte der PatientInnen, die Datensicherheit, die Qualitätssicherung der elektronischen Daten, aber auch die Kompetenzbereiche Bund-Kantone oder die Finanzierungs- und Anreizmodelle.
Was wird jetzt schon verwirklicht?
Die Kantone haben in den letzten Jahren angefangen, Modellversuche mit oder ohne Versichertenkarte zu planen. Der Kanton Tessin hat mit «rete sanitaria» im Herbst 2005 ein Pilotprojekt mit einer elektronischen Versichertenkarte gestartet. Fortgeschritten sind die Planungen auch in den Kantonen Basel-Stadt, Genf, Luzern und St. Gallen. Ab Januar 2010 erhalten zudem alle Versicherten schweizweit eine elektronische Versichertenkarte als ihre persönliche ID im Gesundheitswesen.
Braucht für eHealth jeder einen Internetanschluss und immer die neuste Software?
Nein, für den Grundgebrauch brauchen die Versicherten nur die elektronische Karte. Erst wenn sich eHealth weiter entwickelt, können auf freiwilliger Basis weitere Dienste genutzt werden. Dazu braucht es einen Internetanschluss und eine sichere Identifizierung - ähnlich wie etwa beim eBanking.
Wie lernt die Bevölkerung, eHealth zu nutzen?
Für die Bevölkerung wird es in Zukunft wichtig sein, dass sie mit Informationen und ihren persönlichen Daten zu Gesundheit und Krankheit umgehen kann. Diese Befähigung kann über Bildungsangebote und Medienkampagnen erfolgen.
Wie werden medizinische Fachpersonen für eHealth geschult?
Die ständige Aus-, Weiter- und Fortbildung ist schon heute für alle im Gesundheitswesen tätigen Fachpersonen von grosser Bedeutung. eHealth soll etappenweise zu den Lehrgängen hinzugefügt werden - in allen Gesundheitsberufen.
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